Woche 17, Ergotherapeutische Alltagshilfen bei ADHS
Um auch mich in diesem Semester auch fachlich auf den neusten Stand zu bringen, nehme ich am zweitägigen Seminar über den ergotherapeutischen Umgang mit Jugendlichen mit Aufmerksamkeits- und Konzentrations-Schwierigkeiten teil. Der Kurs wird geleitet von Britta Winter, einer sehr erfahrenen und kenntnisreichen Ergotherapeutin https://www.therapieundwissen.de/referenten/britta-winter/. Der Kurs findet in Fabian Grolimunds Akademie für Lerncoaching in Zürich statt.
Der Kurs ist voll gebucht und wir sind eine gut durchmischte Gruppe von Lehrpersonen, HeilpädagogInnen, Ergo- und LerntherapeutInnen und zwei Psychologinnen.
Britta bringt uns theoretisches Wissen nahe und verknüpft es gekonnt mit praktischen Übungen. In Fachgruppen sind wir immer wieder aufgefordert, das Gehörte auf unser Arbeitsgebiet zu adaptieren und zusammenzufassen, was uns in unserem Kontext als behaltenswert und wichtig erscheint. So ist der Kurs abwechslungsreich und bietet viel Bewegung, Denkanstösse und praktische Tipps. In meinen Berufsalltag integriere ich bestimmt das Motoren-Vokabular: wenn jemand "am Rad dreht", kann ich mit diesem Instrument auch nachvollziehen, auf "wieviel Touren" mein Gegenüber schon ist und wie ich diesem Umstand hilfreich begegnen kann mit einer entsprechenden Auswahl an Übungen oder Tricks, wie sie ansprechender genannt werden, die zentrierend, ankurbelnd oder beruhigend wirken. Ausserdem ist mir einmal mehr bewusst worden, wie wichtig Bewegungspausen und ein gut rhythmisierter Unterricht sind. Für Kinder mit geringer Aufmerksamkeitsspanne ist dies enorm hilfreich, genauso wie übrigens auch für alle anderen! Denn mit einer kurzen Pause durch Bewegung kann der gelernte Stoff verinnerlicht und gespeichert werden. Danach kann frisch mit der Aufnahme von Information und/oder mit einem kreativen Prozess begonnen werden.

Motoren-Barometer/Drehzahl-Anzeige

Aufmerksamkeits- und Zentrierungs-Tricks

Je nach dem, in welchem Feld sich der/die Jugendliche fühlt, braucht es eine adäquate Übung: bei zu viel Blau, wenn mehr Energie gefragt wäre, braucht es eine Wachmach-Übung oder eine Aufpass-Übung. Bei zuviel Rot, wenn mehr Ruhe oder Konzentration gefordert wäre entsprechend eine Ruhig-Mach-Übung oder einen Aufpass-Trick.
Mit Tuning-Stationen im Zimmer können das die Jugendlichen bei Bedarf gerade selber für sich tun.
Zum Beispiel Jonglieren, eine liegende Acht fahren, Seilspringen, ...

Nicht zu vergessen, wie wichtig es ist, Jugendliche für gutes Verhalten zu loben!

Das Fazit aus diesen zwei Kurstagen ist durchwegs positiv. Vieles habe ich nicht zum ersten Mal gehört, aber die wichtigen Dinge vertragen gut, immer wieder mal im Bewusstsein nach vorne gerückt zu werden! Viele praktische Tipps und Tricks werden den Einzug in meinen Berufsalltag bestimmt schaffen!
Danke Britta!