Woche 8 - Dienstag, 28.3.23 

Amboseli Nationalpark

Heute Morgen treffen wir Henry und Edward bereits um 06:00 auf der Hotelterrasse zu einer Tasse Tee, danach geht es los mit dem ersten Game-Drive. Wir wollen früh dran sein, damit wir allenfalls die Löwenweibchen auf der Jagd beobachten können. Nach einer kurzen Fahrt stoppen wir denn tatsächlich bereits und dürfen zwei Löwinnen beobachten, die sich an eine Herde Gazellen anschleichen. Sie haben eine ausgeklügelte Taktik, indem sie von zwei Seiten angreifen. Falls die Beute in eine Richtung fliehen möchte, steht da die zweite Löwin schon bereit. Die Jagd treibt die Tiere immer weiter von uns weg, wir können eigentlich nur noch Bewegungen ausmachen, aber für eine genau Beobachtung der Szenerie ist sie zu weit entfernt. So fahren wir denn weiter, nur um kurz darauf erneut anzuhalten. Ein Löwenpärchen liegt nicht weit entfernt von unserem Wagen nebeneinander im Gras. Wir bräuchten höchstens 20 Minuten zu warten, meint Henry. Das Paar ist auf Hochzeitsreise, ergänzt Edward. Und tatsächlich: Wir können das Paarungsritual der Grosskatzen mit eigenen Augen mitverfolgen - zwar ein bisschen voyeuristisch, aber sehr spannend und unglaublich, dass wir genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, um das mitzuverfolgen! Ein Löwenpärchen paart sich sieben Tage lang, alle 20 Minuten. Wird die Löwin dadurch nicht trächtig, verscheucht sie den nutzlosen Löwenmann und ein nächster kommt zum Zug. Die Löwin trägt dreieinhalb Monate und wirft bis zu 7 Junge. Andere Löwinnen helfen der Mutter bei der Aufzucht der Kleinen. Sie werden nach 6–7 Monaten entwöhnt und jagen die ersten 2 Jahre gemeinsam mit der Mutter.  Mit etwa drei Jahren sind Löwen ausgewachsen. Sie können bis 30 Jahre alt werden. Leider sind die Fotos nur unscharf, die Löwen dafür nicht...

Das Licht ist sanft, die Sonne drückt durch die Wolken und beschert mir traumhaft schöne Fotos. Wir sehen nochmals eine grosse Elefantenherde und einen grossen Wombat-Eber. Die zwei Stunden vergehen sehr schnell und mit einem guten Zmorge-Appetit kehren wir in die Lodge zurück. 

Das Buffet ist gedeckt, wir geniessen frische Omeletten, exotische Früchte und Fruchtsäft, Eierspeisen und Gebäcke. Satt und zufrieden ziehen wir uns in unsere Zimmer zurück für eine Siesta. Am späteren Nachmittag wollen wir nochmals raus, um auf dem Aussichts-Hügel einen Überblick über den Park zu geniessen.

Pünkltich um vier Uhr treffen wir unsere zwei edlen Fahrer Sir Henry und King Edward und erneut geht es durch den Amboseli Nationalpark zum erwähnten Aussichtspunkt. Auf der Fahrt dahin begegnen wir erneut allerlei Tieren. Für ei paar Zebras oder Antilopen wird aber nicht mal mehr angehalten - wir sind schon so verwöhnt! Aber als wir eine Hippo-Mama mit ihrem Jungen antreffen, ist das dann schon ein Stopp wert! Wie die zwei schmatzen und ihr frühes Dinner geniessen, ist so toll!

Dann fahren wir zum Aussichtspunkt Poacher's View (Wilderer-Aussicht). Der Weitblick über den Park in alle Richtungen ist spektakulär! Die Sicht auf den Kili verdirbt uns eine rote Sand-Wand. Wir beeilen uns, den Aussichtspunkt wieder zu verlassen, damit wir nicht ungeschützt in diesen Sandsturm geraten. Etwas besorgt über die Coolness unserer Fahrer macht Andres sie auf die nahende Sand-Wand aufmerksam. Das sei kein Sandsturm, lachen die beiden, sondern einfach ein Zeichen für nahenden Regen. Der Wind treibe den Sand von Tansania rüber und dieser selbe Wind bringe hoffentlich dann auch Regen mit!

Poacher's View  - ein Hügel mitten in der Ebene des Tsavo West Nationalparks mit einer spektakulären 360 Grad-Aussicht!

Die rote Sandwand macht uns ein bisschen Kummer - ohne Grund, wie sich dann herausstellt!

Wir sind beruhigt und machen uns nun auf die Rückkehr zum Hotel, nicht ohne nochmals Ausschau zu halten nach den vielen  schönen Tieren im Park. Und wir brauchen nicht lange zu warten. Schon auf dem Parkplatz des Aussichtspunktes sehen wir zwei Elefanten, die sich langsam entlang der Strasse bewegen und diese wohl auch überqueren wollen. Sie tun dies genau vor unserem Wagen - was für eine Schau! 

Die Weiterfahrt beschert uns eine wunderschöne Abendstimmung bei spektakulären Lichtverhältnissen! Der erwartete Regen kündet sich in der Ferne an, die Tiere merken das auch und zeigen sich in erfreuter Laune zahlreich. Wir treffen nochmals auf ein Hippo, zahlreiche Zebras und erneut direkt vor unserem Auto überqueren drei Giraffen die Strasse in ihrer gstabigen Art sehr elegant... so lustige Kerlchen! 

Mit diesen traumhaften Sonnenuntergangs-Bildern kehren wir in die Lodge zurück. Morgen werden wir eine letzte Fahrt durch den Amboseli-Park machen und uns dann in Richtung Tsavo West begeben. 

In der Nacht erfahren wir nochmals eine spezielle Stunde: um drei Uhr früh erwacht mein Mann, er schaut kurz über den Sitzplatz zum Wasserloch vor der Terrasse und da stehen einfach drei Elefanten, ein paar Gazellen und Zebras nur wenige Meter von unserem Hotel entfernt! Was für ein erneutes Spektakel! Es hört irgendwie nicht auf, sich ein Ereignis vom nächsten noch toppen zu lassen!