Woche 9 - Montag, 3.4.23

Kisite-Mpunguti Marine National Park und Wasini Island

Früh um neun werden wir beim Hoteleingang mit dem Taxi abgeholt. Es geht auf zur nächsten Safari, diesmal einer Safari in einen Meeres-Nationalpark. Wir sind gespannt, was uns erwartet! Unser Fahrer bringt uns nach Shimoni, urprünglich einem kleinen Fischerdorf. an der Grenze zu Tansania. Mit der Entwicklung des  Tourismus durch die  Eröffnung des Kisite Mpunguti Marine National Parks 2010 bietet sich der Bevölkerung hier eine neue Einkommensmöglichkeit. Der Meeres-Nationalpark umfasst den Kisite-Park mit einer Fläche von 28 Quadratkilometer sowie das Mpunguti-Reserve, ein elf Quadratkilometer großes Meeresgebiet mit vier kleinen Inseln, die von einem Korallenriff umgeben sind. In diesem Riff ist es erlaubt, mit einem einheimischen Führer zu schnorcheln. Im Gebiet sind oft auch Delphine und je nach Jahreszeit Buckelwale und Walhaie anzutreffen. 

Wir werden mit Taucherbrillen und Schnorchdeln ausgerüstet und begeben uns auf das Boot, das wir für uns alleine gemietet haben. Uns begleitet unser Schnorchelführer Barack, der Kapitän des Schiffes und ein Matrose. Uns begegnen Schiffe gleicher Art mit einer Gruppe von gegen 20 TouristInnen an Bord - da ist es zu sechst auf unserem Schiff sehr komfortabel.
Es dauert nicht lange, da sichten wir bereits die ersten Delphine. Diese wundervollen Geschöpfe glitzern im Wasser und schnauben und prusten vor Freude. Eine ganze Weile schwimmen sie um unser Schiff herum, so dass wir sie in aller Ruhe beobachten können. 
Nach einiger Zeit fahren wir weiter zu den Riffs. Dort ziehen wir unsere Taucherbrillen und Schnorchel an und gleiten ins wunderbar warme und superklare Wasser des Indischen Ozeans.Unser Team rüstet uns nicht mit Flossen aus, da diese die Korallen beschädigen könnten.  Das Riff ist schön, wir geniessen den Blick unter Wasser und lassen uns von Barack auf dies und das hinweisen. Die Zeit vergeht leider schnell. Plötzlich sind wir von vielen Schnorchlern aus anderen Booten umzingelt, die mit ihren Flossen im Wasser wild auf und ab paddeln - die Sicht wird sofort sehr schlecht. Wir schwimmen etwas weiter und plötzlich höre ich unter Wasser ein aufgeregtes Gurgeln: Die Delphine kommen! Tatsächlich schwimmt eine ganze Delphin-Schule direkt unter uns durch, einige vorwitzige Tiere drehen noch eine Extrarunde unter uns durch und langsam entfernen sich diese wunderschönen Geschöpfe wieder. Ein einmaliges Erlebnis, das mir grosse Freude bereitet hat!

Zurück an Bord werden wir mit Wasser, Melonen und Ananas verwöhnt. Ein wenig leiden wir mit der Crew, die wegen des Ramadan nichts mitessen oder trinken darf. Nach einem kurzen weiteren Bade-Stopp schippern wir der Küste entlang und bewundern die Baobab-Bäume und die zerklüftete und von Höhlen gesäumte Küstenlinie. Vor der Insel Wasini legen wir mit unserem Schiff an und mit einem kleinen Fährboot überwinden wir das seichte Wasser bis zum Ufer. Dort erklimmen wir zwei-drei Stufen und befinden uns in der "Gartenbeiz" eines ansässigen Fisch-Restaurants. Wir essen wunderbar frische Meeresfrüchte und Fische vom Grill mit Reis und frischen Früchten. Alles schmeckt herrlich und wir freuen uns an der tollen Aussicht auf das hellblaue Wasser direkt vor uns. Einer der Servier-Männer stellt dann leider am Schluss des Mahls doch noch die obligate Frage nach etwas finanzieller Unterstützung für die Kinder im Dorf, für die man Süssigkeiten im Lädeli nebenan kaufen könnte. Wir beschliessen, dass wir ein Trinkgeld geben und deklarieren das als unseren Beitrag an die Förderung der Dorf-Kinder in Form von Schulgeld. Falls die Leute vom Restaurant das Geld mit ihnen teilen mögen, scheint uns das jedenfalls sinnvoller als Süssigkeiten zu verteilen. 
Barack führt uns dann auf einem Spaziergang durch sein Heimatdorf . Wir staunen über die Beschaffenheit des Bodens, der gänzlich aus Korallen besteht. Ein Blick über ein weiteres Korallenfeld erstaunt uns zusätzlich. Bei Ebbe werden die schwarzen Blöcke sichtbar, die bei Flut im Wasser stehen und das Dorf vor zu hohen Wellen schützen. Erstaunt betrachten wir das Fussall-Clubhaus, in welchem diverse Übertragungen von Fussball-Matches als eine der wenigen Unterhaltungen im Dorf gezeigt werden. Das Clubhaus ist  somit ein  wichtiger Treffpunkt und steht direkt neben dem Dorfplatz, dem Versammlungs- und Gerichtsplatz. Zurück beim Anleger, erwartet uns bereits das Fährboot, das uns  mittels einer langen Lanze zurück zu unserem Schiff stachelt. 
Um etwa 15:00 Uhr sind wir zurück in Shimoni, wo unser Taxifahrer geduldig auf uns gewartet hat. Der Tag war insgesamt sehr touristisch ausgelegt, und wir sind davon eigentlich nicht so Fan. Aber die Fahrt auf unserem Privatschiff war sehr angenehm, Barack und die Crew waren freundlich und versiert, die Begegnung mit den Delphinen und das Schnorcheln waren einzigartig und das etwas aufgedrängte Mittagessen hat sich als wirklich lohnenswert und sehr lecker herausgestellt. Alles in allem war das ein toller Ausflug, den ich so nur weiterempfehlen kann!