Woche 4 - Freitag, 3.3.23
Heute Freitag wird wieder ein Spezialtag. Das Freitagnachmittagsprogramm wechselt sich ab: einmal treibt die gesamte Schülerschaft Sport, die andere Woche finden altersdurchmischt verschiedene Workshops statt, zum Beispiel Tanzen, Computerkurs, Chräleli knüpfen, Gedichtewerkstatt usw. Diesen Freitag spazieren wir zum nahegelegenen Sportplatz, um dort Spiele zu spielen, vor allem freuen sich alle auf Fussball!
Am Morgen bin ich zuerst in der PP1 und zeige den Kindern, wie das Mini-Lük funktioniert. Dann helfe ich im Teamteaching den beiden PP-Klassen, eine Gruppenarbeit zu erledigen. Um die Disziplin und Aufmerksamkeit von so vielen quirrligen jungen Schülerinnen und Schülern (3-5jährig) aufrecht zu halten, sind wir froh, als LP zu dritt zu sein. Die Kinder haben letzte Woche Blätter, Gras und Kokosnüsse farbig angemalt. Nun zeichnet jemand einen Stamm und die Gruppe entscheidet, wo die Blätter und die Früchte und das Gras hinzukleben ist. Die Kinder repetieren danach, wie die Teile des Baumes heissen.






Um elf findet meine zweite Kiswahili-Lektion statt. Ich lerne schnell viele neue Wörter, für heute hat mir meine Lehrerin Suprine viele Hausaufgaben bereitgemacht. Sie schreibt alles zuerst selber auf, dann schickt sie mir die Seiten per WhatsApp und liest sie per Sprachnachricht vor, damit ich weiss, wie das tönen soll. Ich weiss ihren Aufwand sehr zu schätzen, sie macht das super!
Zum Zmittag gibt es wieder Bohnen und Mais. Ich habe wenig Appetit. Um 14:00 versammelt sich dann die gesamte Schülerschaft auf dem Hof. Alle Lehrpersonen haben die Gelegenheit, etwas zu sagen. Auch ich darf mich an die Schülerinnen und Schüler wenden (ich werde auch hier voll miteinbezogen als Lehrperson!) und bedanke mich für ihre Offenheit und Neugier mir gegenüber. Ich lobe sie für ihre Arbeit und sage, dass ich mich auf die weitere Zeit hier freue. Zum Schluss wünsche ich ihnen alles Gute für die Testvorbereitung und für die End-Term-Tests, die nächste Woche anfangen werden für alle Stufen, auch für die Kleinen!
Nach den Ansprachen geht es auf zum Sportplatz. Dafür müssen wir erstmal zwanzig Minuten durch Kibra spazieren. Was mir da an Lebensrealität begegnet, ist unglaublich. Menschen leben in Hütten ohne Fenster. Zum Teil bewohnen Familien zusammen mit ihren Tieren einen einzelnen Raum. Es gibt überall Dinge zu kaufen - aber niemand schein über Mittel zu verfügen, die feilgebotene Ware zu kaufen. Alles hat Wert, erklärt mir ein Lehrer, der selber auch in Kibra wohnt. So werden unter anderem gebrauchte Handyhüllen, Kleider, Steckdosenabdeckungen, Samosas, Pneus und Betten sowie roh abgeastete Baumstämme als Baumaterial feilgeboten. Alles in einer bunten Reihe, ohne ersichtliche Käufer. Aber irgendwie schaffen es die meisten, bis am Abend etwas zu essen aufzutreiben.
Der Sportplatz stellt sich als Kunstrasenplatz heraus. Dass kein Staub aufwirbelt beim Rennen und Spielen, geniessen alle hier. Nach einem kurzen Aufwärmen mit Froschhüpfern wird Fussball gespielt. Das Endspiel bestreiten die grösseren Schüler gegen die Lehrpersonen. Das ist ein Riesenspass und alle auf dem Platz und daneben sind voller Begeisterung dabei!








