Woche 5 - Montag, 6.3.23
Heute ist tatsächlich ein ziemlich normaler Tag. Als ich in die Schule komme, ist die gesamte Schülerschaft im Hof versammelt. Immer am Montag wird die Hymne gesungen und die kenianische Flagge gehisst. Dann gibt es Ansprachen zum Wochenverlauf des Schulleiters und der Lehrerschaft. Die Hinweise auf die bevorstehenden Tests sind zahlreich. Der Ruf der Schule hängt natürlich auch mit den Resultaten der Schülerinnen und Schüler zusammen. So ist es dem Schulleiter ein grosses Anliegen, dass alle ihr Bestes geben in der verbleibenden Vorbereitungszeit und dass auch die SchülerInnen die Sache ernst nehmen.
Am Morgen unterrichte ich Englisch in der 4. Klasse mit teacher Daniel, dann besuche ich endlich auch noch die 6. Klasse. Da war ich letzte Woche noch gar nie zu Besuch. Eine Lektion verbringe ich bei den 1. KlässlerInnen und zeige ihnen, wie Mini-Lük funktioniert. Einige verstehen es sehr schnell, andere weniger. Mir fällt auf, dass die Kinder generell sehr begeisterungsfähig für alles sind. Den Zusammenhang dessen, was sie machen, begreifen sie jedoch oft nicht so rech. Ich stelle mir vor, dass sie gewohnt sind, ein System zu lernen, dem sie Schritt für Schritt folgen, den Inhalt aber nicht richtig erfassen und den Transfer so eher schwierig zu erfüllen ist. Das wird ein Thema sein, das ich vielleicht mit dem Schulleiter noch besprechen werde.
Dann habe ich selber Unterricht genossen. Wir haben die Pronomen besprochen in Kiswahili. Die Sprache ist recht logisch aufgebaut und lehnt sich stark an die englische Grammatik an, was mir natürlich entgegenkommt. Aber die Wörter zu erinnern, fällt mir schon noch schwer. Mein Lieblingswort bis jetzt ist mwanafunzi (sprich muanafunsi). Das heisst Schüler/Schülerin!
Am Nachmittag war ich nochmals in der 1. Klasse und habe dann mit teacher Daniel in der 5. Klasse Englisch im Teamteaching unterrichtet. Das macht richtig Spass mit ihm - und die SchülerInnen finden es auch toll. Um 16:30 Uhr fahre ich nun jeweils mit meinem Fahrer Anderson wieder zurück in mein Quartier und lasse die Strassenhändler, die Mopeds links und rechts, den Staub und Schmutz, den Abfall und das gesamte bunte Treiben hinter mir. Bis zum nächsten Tag in Kibra!

Strassenszene am Morgen. Kibra erwacht schon früh und viele Menschen und Tiere sind bereits unterwegs: Schulkinder in ihren Uniformen, Menschen, die in TukTuks zur Arbeit gefahren werden, Hühner, Ziegen, Hunde überall


Der Eingang zum Quartier, in dem sich die Schule befindet.