Woche 8 - Samstag, 1.4.23

Tsavo East

Früh am Morgen treffen wir uns zum Frühstück, um gleich danach zum ersten Game-Drive aufzubrechen. Wir wollen heute einen Leoparden oder Geparden aus der Nähe sehen. Kaum aus der Umgebung des Hotel-Geländes, treffen wir bereits auf eine müde Löwin im Schatten eines Busches. Unser Guide Henry erzählt uns, was sich am Abend zuvor zugetragen hatte: Ein Bewohner aus einem naheliegenden Dorf machte sich gegen Morgen, um etwa vier Uhr, auf den Weg über das offene Gelände zum Hotel, wo er im Aufenthalts-Haus der Fahrer und Mitarbeitenden des Hotels einer Fussball-Live-Übertragung beiwohnen wollte. Plötzlich bemerkte er, dass ihm jemand folgte. Er blickte um sich und schaute in die Augen von zwei Löwen-Damen, die ihm in einigem Abstand folgten. Der Mann erschrak fürchterlich und rannte los, im Wissen darum, dass er sich nur noch wenige Meter vom Tor zum Hoteleingang befand. Die Löwinnen verfolgten ihn, der Mann schrie und schlug ans Tor. Der Wärter am Tor sah den Mann und die Löwinnen, die ihm auf dem Fuss folgten. Er wurde so nervös, dass er die Schlüssel fallen liess und das Tor nicht öffnen konnte. Der Verfolgte kletterte in der Kraft seiner Verzweiflung über das Tor und rettete sich auf die sichere Seite. Mit Schlägen an die Eisenstäbe des Tors vertrieben die beiden Männer dann die Löwinnen, die sich wohl zum Vergnügen dieser Jagd ergötzten, sich nun aber zufrieden gaben und davontrotteten. Dies ist eine wahre Geschichte - Edward wurde durch die Schreie geweckt und erkundigte sich am Morgen, was denn da los gewesen sei. Ebendiese Story wurde ihm erzählt. Ob sie wohl eine der beiden ist, die  eine aufregende Nacht wie die letzte verbracht hat? Voller Zuversicht auf eine glückliche "Katzenfahrt" holpern wir zwei Stunden auf den trockenen, staubigen Routen durch flaches, offenes Gelände, auf dem sich die Raubkatzen gern aufhalten, da sie hier schnell über weite Strecken rennen können. Leider werden wir nicht weiter vom Katzenglück verfolgt und kehren ohne entsprechende Fotos zum Hotel zurück. Dafür haben wir grosse Ansammlungen von verschiedenen Tieren an einem Wasserloch beobachten können, was sehr interessant und faszinierend anzuschauen ist.

Auf dem Abend-Game-Drive fordern wir nochmals unser Glück heraus im Elefanten-Gebiet mit den Akazien und den Schattenplätzen und dem etwas üppigeren Nahrungsangebot für die Grosskatzen. Leider sehen wir auch jetzt keine Katzen, dafür kreuzt eine MuKi-Horde von Elefanten unseren Weg. Die Kleinen sind so lustige Kerlchen und eines stolpert beim Überqueren der Strasse beinahe über die Böschung. Ein grösseres Jungtier gibt ihm einen Schubs von hinten, so dass der Kleine sich gerade noch auf die andere Seite und wieder die Böschung hinauf retten kann, ohne über seinen eigenen Rüssel zu stolpern. Wir lachen alle herzhaft über dieses köstliche Bild!

Glücklich über die vielen schönen Erinnerungen an die Safari-Zeit kehren wir nach diesem letzten Game-Drive zum Hotel zurück. Auf der Bar-Terrasse herrscht Aufregung: Dem Zaun entlang, direkt am Swimmingpool des Hotels, aber natürlich ausserhalb des Geländes, schlendert eine Löwin. Natürlich wollen wir sie auch aus der Nähe beobachten. Eine zweite Löwin trottet etwas weiter vorne über die Wiese neben dem Hotel. Da ist es nicht erstaunlich, dass es ziemlich aufregend ist, nun die möglicherweise beiden Löwinnen des nächtlichen Besuches erneut so nah am Gelände des Hotels wiederzusehen!