Woche 8 - Donnerstag, 30.3.23

Abreise Tsavo West, Ankunft Lumo Nationalpark

Wir fahren früh los, verlassen unser Hotel und unternehmen einen letzten Game-Drive durch die Landschaft des Tsavo West Nationalparks. Es ist alles sehr trocken. Wir begegnen vielen toten Tieren, aufgedunsene Büffel, Gnus und Antilopen liegen auf der roten Erde, sauber abgenagte Skelette zeugen von Hyänen, Schakalen und Geiern. Wenigstens die profitieren von dieser Misere ein bisschen.
Wir begegnen zum Abschied vom Tsavo West einer grossen Elefantenfamilie und zahlreichen Giraffen und Zebras. Nun beginnt für uns nochmals eine lange Fahrt, auf der wir den Highway von Nairobi nach Mombasa überqueren, um in den Lumo Nationalpark zu gelangen. Der Teil gehört noch immer zum Gebiet des Tsavo West, der Park ist aber separat verwaltet. Dies ist die Heimat des Volks der Tahita. 

Wir erreichen nach dem Passieren des Gates das Gebiet des Lumo Community Wildlife Conservancy. Kaum sind wir hier, ändert sich die Landschaft wieder und wir begegnen bereits den ersten Anitlopen. Die Erde wechselt von rotbraun zu hellgrau. Trocken ist es allemal auch hier. Wir fahren langsam durch die Gegend, um schon einen ersten Eidruck zu bekommen von diesem neuen Terrain. Es ist sehr flach, buschig und trocken. Wir sehen einige Strausse und Büffel. Die Driver steuern das nächste Hotel an, da gilt es allerdings erstmal hinzukommen. Eine steile, unbefestigte Strasse führt auf einen Hügel hinauf. Wir kommen an einem Streckenposten vorbei, ein Wegweiser führt in eine andere Richtung. Das ist der Weg in die einfachere Unterkunft, erklärt uns Henry. Wir hätten die bessere gebucht. Und so kraxelt unser grosses Auto weiter den Hang hinauf, vorbei an Antilopen und Gazellen, die dafür viel besser geeignet sind als unser schweres, grosses 4x4-Mobil!

Als wir oben ankommen, hat sich die ganze Mühe aber gelohnt! Der Blick ist traumhaft, das Hotel eines der schönsten, die ich je gesehen habe! Wir beziehen unsere Bungalows und sind von der Aussicht hin und weg! Hier würden wir gerne länger als nur einen Nacht bleiben...

Noch vor dem Mittagessen hüpfen wir in den Infinity-Pool mit Blick über die weite Landschaft. Das Essen überzeugt ebenso wie alles andere und die Hotelmanagerin Michaela, eine gebürtige Sizilianerin, nimmt sich viel Zeit, um uns in diese tolle Umgebung und die Geschichte dieses einmaligen Hotels "Lions Bluff" einzuweihen. 

Nach dem Essen gönnen wir uns eine Siesta, bevor es um 4pm auf die zweite Fahrt geht. Wir werden nicht entäuscht und das Hotel macht seinem Namen alle Ehre: Wir treffen einige Löwen bei der Siesta an, zuerst sehen wir nur das Weibchen, dann fallen uns die zwei grossen Männchen unter dem nahegelegenen Baum auf. Sie präsentieren sich geradezu vor der Kamera und wir sind mehr als happy! Auf der anderen Strassenseite räkelt sich ein junges Löwenpärchen, das wir aber in Ruhe schlafen lassen. Zu gut ist die Show des grossartigen Löwenjünglings, der die volle Aufmerksamkeit zu geniessen scheint!

Was danach kommt, ist nicht mehr der Rede wert: Antilopen und Onyxe zeigen sich von ihrer schönsten Seite, ebenso einige Giraffen und grosse, Storchen ähnliche Vögel an einem Wasserloch. 

Nach diesen Eindrücken fahren wir zurück zum Hotel, wo wir noch vor dem Sonnenuntergang sein wollen, da uns Michaela ein phantastisches Spektakel am Himmel vorausgesagt hat. Wir fahren unterhalb der Hotelanlage durch und uns fällt das künstlich angelegte Wasserloch auf. Die Tourismusbranche hat reagiert und fast alle Resorts in der Gegend verfügen über ein "hauseigenes" Wasserloch, um Tiere anzulocken, welche von den Touristen aus aller Nähe beobachtet werden können. Gerade in dieser Trockenperiode sind diese künstlichen Wasserlöcher eine grosse Hilfe für die Wildtiere, da viele der natürlichen Wasserstellen fast oder ganz ausgetrocknet sind. Dieses hier wird von einer erschlossenen Quelle gespeist, das Wasser von tief unter der Erde mittels Solarkraft hochgepumpt und in das Wasserloch geleitet. Da hat indirekt der Tourismus also durchaus auch einen guten Einfluss.

Erholung und Durstlöschen für Tier (oben) und Mensch (re)